Bübchen Posterpreis für Wissenschaft & Praxis – Ausschreibung 2019

Posterpreis
Bewerbungsbogen (PDF)

Liebe Hebammen, Hebammenschülerinnen und Hebammenstudentinnen,

Bübchen fördert das Hebammenhandwerk, würdigt Ihre wissenschaftliche Arbeit sowie praktische Erfahrung und unterstützt Ihre Fortbildung. Daher stiftet Bübchen den BÜBCHEN Posterpreis für Wissenschaft & Praxis.

Die Preisträgerinnen stehen fest

Haben Sie vielen Dank für Ihre zahlreichen Einreichungen zum Bübchen Posterpreis 2019. Diese wurden von der Jury gesichtet sowie bewertet und die Preisträgerinnen stehen fest. 

Kategorie „Wissenschaftlich“ 

Felicia Burckhardt: Wieder schwanger nach einer Totgeburt – Die Bedürfnisse von Müttern an die fachspezifische Begleitung vor, während und nach der Geburt eines weiteren Kinde 

fhg – Zentrum für Gesundheitsberufe Tirol GmbH 

Nach einer Totgeburt werden 50-80% der Betroffenen innerhalb von 12-18 Monaten wieder schwanger. Diese Begleitung ist anspruchsvoller und sollte von der Norm abweichen. Für einen positiven Ausgang der Schwangerschaft, der Geburt und des Wochenbetts nach einer Totgeburt ist eine angemessene Betreuung und Begleitung von zentraler Bedeutung. Die Arbeit untersucht die Bedürfnisse von Müttern an die Begleitung durch das medizinische Fachpersonal vor, während und nach einer erneuten Geburt bei Status nach Intrauterinen Kindsverlust. Daraus resultieren Empfehlungen für die Praxis in der Schweiz. Fünf episodische Interviews mit betroffenen Frauen, welche nach ihrem intrauterinen Kindsverlust ein Folgekind bekommen haben, dienen als Grundlage der Studie. Alle Teilnehmerinnen wünschten sich eine konstante Begleitperson während allen drei Phasen. Die Begleitung sollte hier individuell, verständnisvoll und vielschichtig bezüglich aller Einflussfaktoren gestaltet werden. Die Bedürfnisse waren stark abhängig von den zuvor gemachten Erfahrungen bei ihrer Totgeburt. Zeit und Bestärkung sind neben weiteren Faktoren entscheidend für das Wohl der Betroffenen. Aufgrund des starken Bezugs zu den vorangegangenen Erfahrungen, wird empfohlen, den Fokus weiterer Forschung auf die optimale Betreuung während einer Totgeburt zu legen.
 

Kategorie „Praktisch“ 

Sarah-Marie Richardt: Die PREVENT-Methode als Maßnahme zur Prävention von Gewalt in der Geburtshilfe 

Marie-Elise-Kayser-Schule Erfurt 

Gewalt in der Geburtshilfe betrifft schätzungsweise 40–50% aller Geburten. Gewalterfahrungen werden sowohl durch psychische und körperliche Gewalt als auch durch andere Grenzüberschreitungen gemacht und haben für die Betroffenen unterschiedliche Folgen. Diese reichen von gestörten Mutter-Kind-Bindungen bis hin zu schweren Traumata. In Gesprächen konnte ich verschiedene Situationen die als gewaltvoll wahrgenommen wurden isolieren, wie beispielsweise Interventionen ohne Aufklärung. Davon ausgehend versuchte ich durch Gespräche die Gründe für das Handeln in diesen bestimmten Situationen durch das geburtshilfliche Personal herauszufinden. Wie auch andere werdende Hebammen kam ich zu dem Ergebnis, dass Angst, Routinen und fehlendes Wissen häufige Ursachen sind. Ich konnte davon ausgehend die PREVENT-Methode erarbeiten, die für persönliche Betreuung, Routinemaßnahmen, evidenzbasiert, vorab Aufklärung, Entscheidung der Frau, Nachbesprechung und Teamsupervision steht. Ausgehend davon, betrachte ich meine beabsichtigte Intervention. In der Anwendung wurde beispielsweise deutlich, dass Routinen hinterfragt und schließlich abgelöst werden, wodurch Gewalterfahrungen reduziert werden. Es bedarf weiterer Forschung sowie Aufklärungsarbeit, um ein Bewusstsein für dieses relevante Thema zu schaffen. Anlaufpunkte für weitere Informationen zum Thema Gewalt in der Geburtshilfe bieten allen voran Mother Hood e.V. und Roses Revolution. 

Die Prämierung der ersten Plätze hat auf der Veranstaltung Forum Hebammenarbeit am 8. und 9. November 2019 in Wiesbaden stattgefunden.

Die Poster der Gewinnerinnen werden außerdem im Rahmen des 9. Soester Hebammen Seminarkongresses „Ein Leben für das Leben - Reflexion der Hebammentätigkeit“  vom 5. bis 7. März 2020 in Bad Sassendorf Kreis Soest präsentiert. Wir freuen uns auf Ihr Kommen.