Angst ist die häufigste psychische Belastung werdender und junger Eltern und begegnet Hebammen täglich, lange bevor sie als Diagnose erscheint: in der Wöchnerin, die ihr Kind nicht ablegen kann, im Paar, das bei jeder Untersuchung nach Auffälligkeiten fragt. Sachlich zu erklären, dass alles in Ordnung sei, wirkt hier häufig nicht und verstärkt das Rückversicherungsbedürfnis sogar.
Die Fortbildung zeigt, woher diese Ängste kommen, und vermittelt ein Vorgehen in vier Schritten, mit dem sich Angst ansprechen lässt, ohne sie zum Krankheitsbild zu erklären. Fallbeispiele aus der Hebammenarbeit und Gesprächsübungen bilden den Schwerpunkt. Das stärkt die Handlungssicherheit in Situationen, die bisher ratlos machten, und entlastet von dem Anspruch, es immer noch besser machen zu müssen.
Seminarinhalte:
- Ängste in Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett:
- Erscheinungsformen und warum sie häufig übersehen werden
- Warum Erklären und Beruhigen die Angst oft verstärken
- Elterliche Anspannung und kindliche Regulation: Schreien, Schlafen, Füttern
- Besondere Situationen: Folgeschwangerschaft nach Verlust, Angst nach belastend erlebter Geburt
- Väter — das übersehene Elternteil
- Das Gespräch in vier Schritten: bemerken, beschreiben, fragen, bleiben
- Grenzen erkennen und weiterleiten, ohne dass sich die Frau abgeschoben fühlt-Die eigene Belastung: Ärger, Erschöpfung und was sie anzeigen

